[Schulter Anamnese

Shulter Anamnese

Was ist Ihre deutlichste Beschwerde

Schmerz
Wird der Schmerz durch eine lokale Läsion ausgelöst, oder ist er fortgeleitet aus der Halswirbelsäule? Ist es ein C4-Schmerz, der auf Akromioklavikulargelenk oder Diaphragma hindeutet, ein C5-Schmerz, der auf irgendeine Schulterstruktur weist, oder ist es ein durch die Dura mater übertragener multisegmentaler Schmerz?

Parästhesien
Parästhesien in Verbindung mit einem Schulterproblem sind sehr selten. In den meisten Fällen müssen wir die Halswirbelsäule untersuchen.

Bewegungseinschränkung
Denken Sie daran, dass eine Tendinitis oder Tendinose niemals eine Einschränkung der passiven Beweglichkeit verursacht. Die aktive Beweglichkeit kann aufgrund der Schmerzen eingeschränkt sein. Gibt es eine Bewegungseinschränkung im Sinne eines Kapselmusters oder nicht-kapsulären Musters? Die Funktionsuntersuchung wird es schlüssig zeigen.

Hypermobilität
Der Patient, der Hypermobilitätsprobleme beschreibt, hat vielleicht eine instabile Schulter, und deshalb sind weitere Tests aus der zusätzlichen Untersuchung angezeigt.

Schwäche
Gibt es eine wirkliche Schwäche verursacht durch zum Beispiel eine Teil- oder Totalruptur oder ein Nervenproblem (Mononeuritis oder Kompression einer zervikalen Nervenwurzel), oder ist es Schwäche wegen zu starker Schmerzen bei der Ausführung eines speziellen Tests?

Schmerz

Wann hat er angefangen
Dies ist eine interessante Information, da einzelne Läsionen eine Spontanheilung aufweisen:

  • eine akute subdeltoide Bursitis braucht etwa sechs Wochen zur Heilung,
  • eine traumatische Arthritis braucht bis zu einem Jahr,
  • eine steroidempfindliche Arthritis braucht bis zu zwei Jahre.
  • Während dieser Spontanevolution kann das klinische Bild wechseln, und davon abhängig kann die Behandlunsstrategie unterschiedlich sein, zum Beispiel beim Stadium I,II, oder III einer Arthritis.

Wie hat er angefangen
Ein Trauma in der Anamnese in Kombination mit einem Kapselmuster in der Funktionsuntersuchung weist auf eine traumatische Arthritis hin.
Eine Tendinitis ist meistens die Folge einer Überlastung oder eines Traumas.
Eine chronische subdeltoide Bursitis und eine steroidempfindliche Arthritis beginnen meistens spontan: der Patient kann keinen auslösenden Faktor angeben („Ich weiß nicht.“; „Ich bin damit aufgewacht.“).
Wenn es ein Trauma gab, achten Sie auch auf eine Fraktur oder einen Bänderriss.

Können Sie auf dieser Seite liegen
Im Falle einer Arthritis ist dies eine der Fragen um das Stadium der Arthritis zu bestimmen.

Wie können Sie den Schmerz beeinflussen
Wir fragen den Patienten, welche Bewegungen, Haltungen oder Aktivitäten seinen Schmerz auslösen, verschlimmern oder lindern. Diese Informationen sollten zu den Daten passen, die wir aus der Funktionsuntersuchung erhalten haben. Eine „große Story“ sollte ein „großes“ klinisches Bild zeigen, wenn nicht, ist es eine inhärente Unwahrscheinlichkeit, die vielleicht in die Richtung einer teilweise psychogenen Beteiligung weist.
Wir nutzen diese Informationen auch als Referenzpunkt zur Interpretation der Evolution während der Behandlung.

Entwicklung seit Beginn
Ist es schlimmer, besser oder unverändert seit dem Beginn der Beschwerden? Achten Sie besonders auf das Auftreten einer Schmerzverkürzung (Zentralisierung) oder von mehr Ausstrahlung. Dies wird auf der Körpergrafik sichtbar.

Wo fühlen Sie den Schmerz
Der Patient beschreibt natürlich seine augenblicklichen Symptome, aber es ist auch interessant zu wissen, wo seine Beschwerden begannen; ob es eine Zentralisierung seiner Symptome gibt oder nicht.
Erinnern Sie sich, dass die Läsion immer in der Gegend des ersten Schmerzes liegt (Ausnahme: nervale Strukturen).

Eine Ausstrahlung bis über den Ellbogen hinaus oder nicht ist ein zweites Element, dass uns hilft, das Stadium einer Arthritis zu bestimmen.

Wie würden Sie die Qualität des Schmerzes beschreiben

Die Intensität des Schmerzes zu beschreiben, ist natürlich eine subjektive Angelegenheit. Normalerweise geht ein starker Schmerz mit mehr Ausstrahlung einher (Ausnahme: knöcherne Strukturen, z.B. eine Fraktur).
Ist der Schmerz konstant oder intermittierend? Ein konstanter Schmerz beinhaltet automatisch einen Ruheschmerz, also um sicher zu gehen, fragen wir den Patienten, was er genau jetzt fühlt, in diesem Moment während der Anamnese.
Weichteilläsionen verursachen meistens einen intermittierenden Schmerz. Ein wirklich konstanter Schmerz lässt auf einen chemischen Faktor (Entzündung) schließen.
Ein nächtlicher Schmerz deutet nicht unbedingt auf einen chemischen Faktor hin; der Patient kann aus mechanischen Gründen aufgewacht sein: während des Drehens im Bett fühlte er einen Stich, der ihn aufweckte.
Meistens beschreiben die Patienten Beschwerden bei Tätigkeiten; in schlimmeren Fällen könnte etwas „Nachschmerz“ auftreten.

Parästhesien

Selten haben Parästhesien ihre Ursache in der Schulter; meistens besteht hier eine zervikale Verbindung. In so einem Fall sind die Parästhesien sehr intermittierend, Tag und Nacht, manchmal in Ruhe auftretend, vielleicht verbunden mit einigen zervikalen Bewegungen.

Subjektive Bewegungseinschränkung; Hypermobilität oder Schwäche

Diese Informationen müssen in Zusammenhang mit den Informationen aus der Funktionsuntersuchung gebracht werden.

Krankgeschrieben?

Wenn ja, sollte dies im Verhätnis zur Natur der Läsion stehen.

Gleichzeitige Probleme in anderen Gelenken

Hier suchen wir nach einer Verbindung zu einer möglichen Rheumatoidarthritis, vielleicht in Verbindung mit Systemerkrankungen.

Rezidive

Haben Sie dieses Problem zum ersten Mal? Wann hatten Sie es vorher; wie lange hat es gedauert; war es seitdem in Ordnung; erinnern Sie sich, was es ausgelöst hat?

Vorherige Behandlungen

Diese Informationen sind nur Hintergrundinformationen,sie sind nicht immer relevant. Falls der Patient vorher von einem anderen Therapeuten behandelt wurde, kann er nicht immer beschreiben, was genau gemacht wurde.
Es heißt nicht, dass eine bestimmte Technik, die zum Beispiel vor 4 Wochen keine Erleichterung brachte, jetzt auch keine bringen wird. Klinische Bilder können sich zur gegebenen Zeit verändern.

Bildgebende Verfahren

Behandeln Sie keine Röntgenbilder! Behandeln Sie einen Patienten, der ein bestimmtes klinisches Bild zeigt.
Ein Patient mit Osteoarthrose (sichtbar auf dem Röntgenbild) kann auch eine Bursitis oder eine Tendinitis (nicht sichtbar auf dem Röntgenbild) haben. Eine auf dem Röntgenbild sichtbare Kalzifikation ist nicht unbedingt für die jetzigen Beschwerden verantwortlich.
Der hauptsächliche Vorteil der bildgebenden Verfahren ist es bestimmte Differenzialdiagnosen zu stellen.

Chirurgische Eingriffe

Ein Patient, der vor drei Jahren eine Mastektomie hatte und jetzt vermutlich ein Schulterproblem, erfordert besondere Aufmerksamkeit. Achten Sie auf jede eventuell auftretende inhärente Unwahrscheinlichkeit.

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